CAN-Logger speichern Nachrichten mit Zeitstempeln. Dieser Leitfaden erklärt Classical CAN und CAN FD, die Signaldecodierung sowie den Datenweg zur Ferndiagnose – mit passenden CANedge-Loggern für SD-Karte, WLAN und LTE.
Auf einen Blick
- Ein CAN-Log enthält Nachrichten und Zeitstempel; verständliche Messwerte entstehen erst durch passende Decodierung.
- CAN FD bietet bis zu 64 Byte Nutzdaten und optional eine schnellere Datenphase.
- Die CANedge-Modelle unterstützen Classical CAN und CAN FD; ihr Datenweg unterscheidet sich durch SD-Karte, WLAN oder LTE.
Was ein CAN-Logger tatsächlich aufzeichnet
Ein CAN-Logger zeichnet Nachrichten eines Fahrzeug- oder Maschinenbusses auf: insbesondere Kennung (CAN-ID), Nutzdaten und Zeitstempel. Daraus lässt sich nachvollziehen, welche Daten zu welchem Zeitpunkt auf dem angeschlossenen Bus vorlagen. Die Datei liefert jedoch nicht automatisch Klartext wie Drehzahl, Temperatur oder Batteriestatus. Dafür müssen Bedeutung und Codierung der Signale bekannt sein.
Eine Messung beginnt deshalb mit einer konkreten Frage: Soll ein sporadischer Fehler eingegrenzt, ein Betriebszustand verglichen oder ein längerer Feldversuch dokumentiert werden? Danach richten sich Buszugang, Aufzeichnungsdauer und Auswahl relevanter Nachrichten. Für die spätere Auswertung sollten Rohdaten, Messkonfiguration und die verwendete Signalbeschreibung gemeinsam nachvollziehbar bleiben.
Classical CAN und CAN FD: Unterschiede und Kompatibilität
Die CAN-Datenverbindungsschicht einschließlich CAN FD ist in ISO 11898-1 standardisiert. CAN FD erweitert die Nutzdatenmenge je Frame von maximal 8 auf 64 Byte. BRS bedeutet „Bit Rate Switch“: Ist die Umschaltung aktiviert, kann die Datenphase eine höhere Bitrate verwenden als die Arbitrierungsphase, in der der Buszugriff ausgehandelt wird.
Die mögliche Datenbitrate hängt unter anderem von Transceivern, Leitungstopologie und Betriebsbedingungen ab. Eine pauschale Obergrenze von 8 Mbit/s beschreibt deshalb kein allgemein gültiges CAN-FD-Limit.
CAN-FD-Controller können auch Classical-CAN-Frames verarbeiten. Klassische Controller verstehen dagegen keine FD-Frames und können darauf mit Fehlerframes reagieren. Ein gemischtes Netz benötigt daher eine ausdrücklich passende Kommunikationsstrategie.
| Merkmal | Classical CAN | CAN FD |
|---|---|---|
| Nutzdaten je Frame | Bis zu 8 Byte | Bis zu 64 Byte |
| Bitrate | Eine nominelle Bitrate, bis 1 Mbit/s | Nominelle Bitrate; mit BRS separate Datenbitrate |
| CAN-Kennung | 11 oder 29 Bit | 11 oder 29 Bit |
| Controller | Versteht Classical-CAN-Frames | Unterstützt Classical-CAN- und FD-Frames |
Aus Rohdaten werden Signale: DBC und andere Beschreibungen
Eine DBC-Datei ist eine verbreitete CAN-Datenbank in Textform. Sie beschreibt beispielsweise, welche Bits einer Nachricht zu einem Signal gehören, welche Byte-Reihenfolge gilt und wie Skalierung, Offset und Einheit anzuwenden sind. Erst mit diesen Angaben wird aus einem Rohwert ein interpretierbarer Messwert.
DBC ist dafür ein praktisches Austauschformat, aber keine zwingende Voraussetzung: Dieselben Regeln können auch aus einer anderen dokumentierten Signalspezifikation stammen und in geeigneter Software umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Beschreibung zum jeweiligen Fahrzeug, Steuergerät und Softwarestand passt. Fehlen diese Angaben, lässt sich ein beliebiger CAN-Datenstrom nicht zuverlässig allein anhand seiner Kennungen entschlüsseln.
Lokale Aufzeichnung mit dem CANedge1
Der CANedge1 von CSS Electronics unterstützt sowohl Classical CAN als auch CAN FD. Er speichert die Daten auf einer SD-Karte im MDF4-Format (.MF4). Damit eignet er sich für Messungen, bei denen die Daten anschließend vor Ort entnommen werden – am Prüfstand ebenso wie während einer Fahrzeugerprobung.
Für die Auswahl ist somit weniger „stationär oder mobil“ entscheidend als die Frage, ob ein automatischer Ferntransfer benötigt wird. Vor einem längeren Einsatz empfiehlt sich eine kurze Testaufzeichnung: Stimmen Busparameter und Zeitstempel, sind die gesuchten Nachrichten enthalten und kann die vorgesehene Auswertesoftware die Datei verarbeiten?

Ferndiagnose: vom Fahrzeug über WLAN zur Auswertung
Für eine entfernte Auswertung braucht es neben dem CAN-Zugang einen Datenweg zum Analyseort. CAN FD stellt weder eine Internetverbindung noch selbst einen Diagnosedienst bereit. Auch UDS ist eine eigene Protokollebene: Das passive Aufzeichnen vorhandener Nachrichten ist etwas anderes als das aktive Abfragen eines Steuergeräts mit Diagnosediensten.
Der CANedge2 ergänzt die lokale Aufzeichnung um WLAN. Er kann abgeschlossene Logdateien automatisch an einen konfigurierten S3-kompatiblen Server übertragen, beispielsweise sobald das Fahrzeug ein erreichbares WLAN nutzt. Das ist dateibasierter Datentransfer und nicht automatisch ein kontinuierlicher Echtzeitstream. WLAN-Zugang, Serverzugang und die anschließende Verarbeitung müssen eingerichtet und mit einer echten Testdatei geprüft werden.
Mobile Datenerfassung mit LTE und CANedge3
Soll der Datentransfer außerhalb eines verfügbaren WLANs erfolgen, bietet der CANedge3 eine Mobilfunkverbindung. Die hier verlinkte Variante kombiniert LTE mit GNSS und IMU. So können aufgezeichnete Busdaten bei entsprechender Auswertung mit Positions- und Bewegungsinformationen betrachtet werden. Für den Mobilfunkbetrieb werden eine geeignete SIM-Karte und passende Netzabdeckung benötigt.
Welche Lösung passt, ergibt sich aus dem Messablauf: SD-Karte für die spätere Entnahme, WLAN für Übertragung an bekannten Zugangspunkten oder LTE für den mobilen Datenweg. Fernzugriff auf Logdateien ersetzt jedoch keine fachliche Diagnose. Aussagekräftige Ergebnisse erfordern passende Signale, eine korrekte Decodierung und einen zur Fragestellung passenden Beobachtungszeitraum.
Häufige Fragen
Kann ein klassischer CAN-Controller CAN-FD-Nachrichten empfangen?
Nein. CAN-FD-Controller unterstützen auch Classical CAN; umgekehrt verstehen klassische Controller keine FD-Frames und können Fehlerframes auslösen. Die gemeinsame Nutzung eines Busses muss entsprechend geplant werden.
Brauche ich für die CAN-Auswertung zwingend eine DBC-Datei?
Nein. Benötigt werden korrekte Regeln zur Signaldecodierung. DBC ist ein verbreitetes Format dafür; eine andere dokumentierte Signalspezifikation kann ebenfalls als Grundlage dienen.
Ist CAN FD bereits eine Lösung für Ferndiagnose?
Nein. Zusätzlich braucht es Datenerfassung, einen Übertragungsweg und Auswertung. Aktive Diagnosedienste wie UDS sind davon getrennt und erfordern die passende Unterstützung des Steuergeräts und des Diagnosewerkzeugs.
Quellen und weiterführende Informationen
- CiA: CAN FD – the basic idea
- CiA: CAN data link layer generations
- CSS Electronics: CAN FD erklärt – Bitraten und Kompatibilität
- CSS Electronics: DBC-Dateien und Signaldecodierung
- CSS Electronics: Vergleich der CAN-Hardware
- CSS Electronics: CANedge1 – CAN-Datenlogger mit SD-Karte
- CSS Electronics: CANedge2 – CAN-Datenlogger mit WLAN
- CSS Electronics: CANedge3 – LTE und GPS/IMU
- CSS Electronics: CANedge2 – Datenübertragung
- CSS Electronics: UDS-Diagnosedienste

















