Herausforderung: Schnelle Flanken, hohe dv/dt und Gleichtaktstörungen

Bei SiC- und GaN-Halbbrücken treten extrem hohe Spannungssteilheiten und Gleichtaktspannungen auf. Klassische passive Hochspannungstastköpfe geraten hier schnell an ihre Grenzen: Kapazitive Belastung, begrenzte Bandbreite und unzureichende Gleichtaktunterdrückung verfälschen das Messergebnis oder gefährden die Isolation.

Optisch isolierte Sonden wie das Micsig SigOFIT-System entkoppeln die Gate-Treiber-Stufe galvanisch vom Oszilloskop. Dadurch lassen sich Gleichtaktstörungen deutlich reduzieren, während Bandbreite und Genauigkeit erhalten bleiben.

Typischer Messaufbau mit optisch isolierter Sonde

Für sichere Gate-Messungen an SiC- und GaN-Halbbrücken hat sich folgender Aufbau bewährt:

  • Leistungsstufe (Halbbrücke) mit SiC-/GaN-Transistoren
  • Gate-Treiber mit definierter Bezugserde
  • Optisch isolierte Gate-Sonde an der Gate-Emitter-/Gate-Source-Strecke des High-Side- oder Low-Side-Schalters
  • Oszilloskop mit hoher Abtastrate und ausreichender Bandbreite (z. B. Power-Electronics-Oszilloskope im eVision Webshop)
  • Saubere, kurze Masseführung und konsequente Trennung von Leistungspfad und Signalerfassung

In der Shop-Kategorie „Power electronics tester" finden Sie passende Messgeräte und Zubehör für diesen Aufbau.

Typische Fehler bei Gate-Messungen

  • Falscher Massebezug: Direktes Messen gegen Leistungserde führt zu gefährlichen Potentialverschiebungen und Überschlägen.
  • Zu hohe Tastkopflast: Kapazitive Last am Gate verfälscht Anstiegs- und Abfallzeiten und kann das Schaltverhalten destabilisieren.
  • Schleifen und Störeinkopplung: Große Messschleifen wirken wie Antennen und koppeln Schaltflanken und EMV-Störungen ein.
  • Unzureichende Bandbreite: Zu langsame Messtechnik „glättet“ kritische Details wie Überschwinger und Ringing.

Best Practices für sichere Gate-Messungen

  • Setzen Sie optisch isolierte Sonden mit hoher Gleichtaktunterdrückung und ausreichender Bandbreite ein (z. B. Micsig SigOFIT).
  • Verkürzen Sie Leitungen und Schleifen im Messpfad auf ein Minimum.
  • Arbeiten Sie mit klar definierten Massepunkten und vermeiden Sie Mehrfacherdungen.
  • Nutzen Sie Oszilloskope mit speziellen Power-Electronics-Funktionen (z. B. Messung von Anstiegszeiten, Überschwingern, Verlustleistung).
  • Validieren Sie neue Messaufbauten zunächst bei reduzierter Spannung/Strom und erhöhen Sie die Betriebsparameter schrittweise.

Fazit

SiC- und GaN-Leistungselektronik erschließt neue Effizienz- und Leistungsbereiche – setzt aber eine messtechnisch saubere Gate-Ansteuerung voraus. Mit optisch isolierten Sonden und passenden Power-Electronics-Oszilloskopen lassen sich Gate-Signale sicher erfassen, typische Fehler vermeiden und Designreserven optimal nutzen.

Im eVision Webshop finden Sie unter anderem optisch isolierte Sonden für Gate-Treiber-Anwendungen, Micsig SigOFIT-Lösungen sowie Messgeräte und Zubehör in der Kategorie „Power electronics tester“.